Die Sonne hatte schon das Maximum ihres Zenits überschritten, als Wonja mit ihren Gefährten den letzten Hügel ihrer Strecke beritt. Sobald die 4 Leute den Kamm erreichten würden sie von ihrem Weg aus eine herrliche Aussicht auf Krenoba haben, der herrschaftlichen Hauptstadt des großen güldenen Reiches. Auch wenn die Bezeichnung "Güldenes Reich" sicher nicht der offizielle Name des Reiches ist, so spiegelt diese doch den Stolz der Einwohner auf ihren mächtigen Staat und ihres Kaisers wieder. Immerhin war das "kaiserlich-krenobische Reich" tatsächlich eines der mächtigsten Reiche des Kontinents, womit ein gewisser Nationalstolz auf der Hand lag. Zumindest, solange man sich als Büger des Reiches fühlte.
Wonja selber war froh, die dreitägige Reise nun abschliessen zu können. Auch wenn ihre Kleidung nun inzwischen durch die frühsommerliche Sonne getrocknet war, so hat der Regen in den letzten zwei Tagen der zierlichen Person an den Kräften gezehrt. Die Magierin und Spektabilität freute sich auf ein warmes Bett und auf neuem Klatsch aus der arkanen Welt. Auch wenn jede dieser Reisen in die Hauptstadt und an die Akademie ihrer Studienzeit recht anstrengend war, so nutzte sie diese Gelegenheiten immer gerne. Zum einen konnte sie sich auf diese Weise bequem auf dem aktuellen stand der Forschung halten und zum anderen waren die Aufträge, die sie regelmäßig bekam auch die einzige Möglichkeit, ihre eigene Akademie sicher zu finanzieren.
Als unbestrittene Expertin im Bereich der Antimagie, insbesondere in der artifiziellen Spielart, wurde sie gerne beauftragt, technisch schwierige oder aufwendige Unfälle an der "Kaiser - Drin - Universität der allgemeinen arkanen Künste in Krenoba" zu beheben. Obwohl (oder besser Weil) die Universität einen fähigen und versierten Antimagier hatte, gab es kein Hindernis andere Experten zum Lösen schwieriger Probleme einzuladen. Immerhin gehört die Antimagie zu jenen magischen Fachbereichen, die wenn sie auch technisch oft nicht wirklich anspruchsvoll sind, sich dadurch auszeichneten, dass es zwei Arten von Experten gab: Diejenigen, welche andere Experten kannten, die ein Problem besser lösen konnten und die Kurzlebigen.
Mit Spektabilita Similla Wonja, Magistra für theoretische Antimagie, Spektabilität der "Schule der magischen Widerwirkung zu Pumburg", wie ihr vollständiger Name lautet, ritten noch Magister Sen Fillista, Magister für Spektraltheorie, der ebenfalls die Gelegenheiten nutzen wollte, sich auf den aktuellen Stand der Forschung zu bringen sowie die Scholaren Sam Roda, der als talentierter Schüler erste praktische Erfahrungen sollte und Sen Orkhaupt, der seine Abschlussarbeit über die Analyse mikrotemporaler Felder schreiben will und auf gutes Material hoffte. Es ist natürlich auch gute Sitte, Scholaren mitzunehmen, die die eigentliche Fleiß- und Drecksarbeit übernehmen, womit die eigentliche Aufgabe der beiden Scholaren perfekt umschrieben wäre.
Endlich tat sich dann der Blick auf die Stadt auf. Man konnte sofort einige Stadtviertel ausmachen. Die Schmiede und Bäcker erkannte man am Rauch, der aufstieg und die Stadt ein einem diesigen Schleier hüllte. Ebenso war auf einem Hügel am Fluss die Universität zu erkennen. Eine prächtige Festung, die im Kriegsfalle wohl auch als solche genutzt werden konnte, was in Anbetracht des kampfmagischen Zweiges nicht einmal so abwegig war. Die Brücke, die am Fuße des Hügels auszumachen war führte zur kaiserlichen Residenz, die sich hinter dem Berg befand. Auch wenn jeden Tag die Dienerschaft des Kaisers an der Residenz beschäftigt war, traf man dort die kaiserliche Familie eher selten an. Die Universität war einfach zu nahe an der Residenz, was schon des Öfteren zu unangenehmen Überraschungen führte. Aber das Ziel lag schon in Sichtweite. Innerhalb einer Stunde dürfte man sich endlich einquartiert haben und entspannen können.
Dank eines Hinweises in einem Chatraum (Fux aus dem euIRC-Channel #world-of-dungeons) habe ich noch ein paar Rechtschreibe und Grammatikfehler korrigiert.
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